Bischofsvisitation im Seelsorgeraum Telfs: Ein Zeichen der Verbundenheit

Bischofsvisitation in Telfs und Rietz: „Kimmsch mit?“ als Zeichen für Zusammenhalt und Zukunft
TELFS / RIETZ. Drei Tage lang stand der Seelsorgeraum Telfs-Rietz ganz im Zeichen intensiver Begegnungen: Vom 9. bis zum 11. Oktober 2026 besuchte Bischof Hermann Glettler die Pfarrgemeinden, Schulen und Einrichtungen der Region. Unter dem Leitmotiv „Kimmsch mit?“ standen Themen wie Gemeinschaft, ehrenamtliches Engagement, Verantwortung und gelebter Glaube im Mittelpunkt.
Auftakt mit Nachdenklichkeit und Dialog
Der erste Visitationstag führte den Bischof direkt zu den Kindern und Jugendlichen der Region – von den Volksschulen bis zum Technischen BORG. Beeindruckend war dabei die Offenheit, mit der über Zusammenleben und Glauben diskutiert wurde. Ein symbolträchtiges Highlight bildete der Besuch der THÖNI-Lehrwerkstätte: Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Technischen Gymnasiums schweißte Bischof Hermann an einer Metallskulptur für den Wallnöferplatz. Die dargestellten Hände erinnern an die Telfer Euthanasieopfer und mahnen zur Achtsamkeit gegenüber der Verletzlichkeit des Menschen.
Im weiteren Verlauf des Tages besuchte der Bischof die Moschee in Telfs sowie das Franziskanerkloster, bevor der Tag mit einem Abendgottesdienst in Rietz ausklang.





Foto: Festgottesdienst in Rietz, Bischof Hermann arbeitet an der Skulptur bei der Firma Thöni Industriebetriebe, Gemeinschaftsfoto im Franziskanerkloster, Besuch in der Eyüp-Sultan Moschee in Telfs
Gemeinsame Zukunftsgestaltung im Ehrenamt
Der zweite Tag widmete sich schwerpunktmäßig den zahlreichen Ehrenamtlichen des Seelsorgeraums. Nach einem gemeinsamen Frühstück berieten die Teilnehmer über die Herausforderungen der kommenden zehn Jahre. Im offenen Austausch ging es um die Frage: „Wie können wir im Jetzt miteinander zuversichtlich dem Ruf Gottes antworten?“ Die Beratungen verdeutlichten die große Bereitschaft in den Pfarren, kirchliches Leben vor Ort aktiv und mit neuen Beteiligungsformen mitzugestalten. Am Nachmittag fand das Treffen mit den Verantwortungsträgern von Gemeinde und Vereinen statt. Es gab auch hier regen Austausch. Positives und Anliegen für die Zukunft wurden mit Bischof Hermann besprochen. Ein weiterer Schwerpunkt lag dabei auf den jungen Generationen: In einem stimmungsvollen Jugendgottesdienst, der gemeinsam von den Ministrantinnen und Ministranten, der Jungschar sowie den Jungbauern gestaltet und mitgefeiert wurde, trat die Begeisterung der Jugend für die Gemeinschaft spürbar hervor.



Foto: Aktive Übung, Gemeinschaftsfoto mit den Verantwortungsträgern von Gemeinde und Vereinen, Jugendgottesdienst Gruppenfoto
Festlicher Abschluss und Aufruf zu Stille und Zuversicht
Den Höhepunkt und Abschluss der Visitation bildete am Sonntag ein festlicher Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Telfs, den Bischof Glettler gemeinsam mit Dekan Peter Scheiring und Pater Roland Faustin OFM zelebrierte. Musikalisch umrahmt von den Telfer Kirchenchören, dem Männergesangsverein und Organist Franz Schreyer sowie begleitet von den Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine (Feuerwehr, Rotes Kreuz, Polizei und Schützen), bot die Feier einen würdigen Rahmen.
In seiner Predigt griff Bischof Glettler das Motto „Kimmsch mit?“ auf, das auf eine Einladung zum Tirolerball 2019 zurückgeht. Dieses stehe symbolisch für eine offene Glaubenshaltung und das Einladen zum gemeinsamen Weg. Er lobte die Lebensfreude und den ausgeprägten Gemeinsinn in Telfs sowie soziale Großprojekte wie den Neubau des Altenwohnheims am Wiesenweg.
Zugleich gab der Bischof den Gläubigen konkrete Impulse für den Alltag mit:
- Räume für Stille: Täglich zehn Minuten für Gebet und Besinnung zu reservieren, um in einer lauten Zeit inneren Frieden zu finden.
- Versöhnung leben: Feindbilder abzubauen und aktiv auf andere zuzugehen.
- Hoffnung ausstrahlen: Gerade angesichts globaler Unsicherheiten positiv und gemeinschaftlich zu handeln.



Ausklang vor dem Pfarrwidum
Nach der Messe wurde der Bischof vor dem Pfarrwidum mit traditionellen Salven der Schützen, Klängen der Marktmusikkapelle und dem Abschreiten der Formationen durch Gemeindevertreter rund um Bürgermeister Christian Härting empfangen. Bei einem Schnapsl und einer anschließenden Agape klang die dreitägige Visitation in getragener, festlicher Stimmung aus.


Foto: Team mit Bischof, Jungschar mit Bischof